Franz-Sales Handwercher

13. April, Hl. Hermenegild, Märtyrer            12. aprilie, Sf. Sava Gotul, Martir

Pfarrer Franz-Sales Handwercher (1792-1853)
an 15 Sonntagen, jedes Mal in der frühesten Morgenstunde, wurde ihn ein Bild gezeigt. Er fasste diese in 15 apokaliptischen Schauungen

Ausschnitt:

11. Sonntag    
     

Auf dem höchsten Berg der Erde
Lag ich betend auf den Knien;
Durch Marien, Jesu Mutter,
Hat mein Herz zu Gott geschrien.

Wüst lag unter mir die Erde,
Und wie weithin herrscht mein Auge,
Dampft ihr Grund wie Vesuvs Krater
Von inwend´gem Brandesrauche.
 
Der zerklüftet, schwarze Boden
Ist verkohlet und verglaset;
Über diesem Haufen Schutte
Hat ein Wirbelwind geraset.
 
Zahllos sah ich die Ruinen
Von den Städten in dem Lande:
Kirchen, Häuser ohne Dachung,
Lodernd von dem Innern Brande.
 
Durch die Öffnungen der Fenster
Glüht es wie ein Höllenrachen;
Hinter schwarzen Eisengittern
Wild die roten Flammen lachen.
 
Ich verließ nach langem Beten
Dann des Berges Haupt, das kahle,
Stieg durch Reste eines Waldes
Nieder zu dem nächsten Tale.
 
In den Trümmern eines Dorfes
Da betrat ich Hausruinen,
Wo ich einen Mann erschaue;
Sonst ist niemand mir erschienen.
„
Ach, wo bin ich? war mein Erstes.
Tausend Meilen wohl vom Orte,
Wo du nach dem Leibe wohnest“,
Waren des Gefragten Worte.
„
Welches Unglück? fragt' ich weiter,
Ist in diesem Land geschehen?
Ach, so hast du, war die Antwort,
Nicht das Schreckliche gesehen?
 
Alle Städte und Fabriken,
Die einst blühten, sind verödet;
Die darinnen sich genähret,
Sind zerstreuet und getötet.
 
Ich gewahrte einen Wandschrank;
Öffnend fand ich dicke Bände
Mit der Handschrift alter Mönche
Auf ergrautem Pergamente.
 
Da ich nach dem Inhalt frage
Dieser staubbedeckten, alten
Schriften, die man hier verwahrte,
Hab als Antwort ich erhalten:
     
Inkunabeln von Franziskus
Sind´s, dem Freund der Seraphinen;
Diese kann man jetzo brauchen,
Denn es ist die Zeit erschienen.“